Kristina Schröder und die Hoppenstedts

Die gute Nachricht gleich vorweg: Deutschland geht es prächtig. Zumindest sieht es ein bisschen so aus, nachdem das halbe Land eine Zeit lang angeregt über Familienministerin Kristina Schröder, deren Praktiken beim Vorlesen von Märchen und die Frage nach dem, der oder das lieben Gott diskutierte. Da also die klinisch sterile Begradigung von Gesellschaft und Kultur oberste Priorität erlangt hat, scheint sonst alles in Ordnung zu sein.

Nun allerdings weihnachtete es vorrangig; das Land kam zur Ruhe und fokussierte seine Aufmerksamkeit auf Baum, Gans, Spiel und Spaß. Und natürlich auf Loriot, genauer: „Weihnachten bei Hoppenstedts“ – ein Format, das übrigens auch unterhaltsam finden kann, wer keinen Bezug zum Fest findet. Es sei denn, und nun folgt die schlechte wie auch eigentliche Nachricht, man betrachtet die Idylle bei Hoppenstedts aus der Schröder’schen Perspektive.


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Weniger Natur wagen!



Seit Klimakonferenzen nicht nur von Politikern in Doha, sondern auch von Kindern in Grundschulen durchgeführt werden, ist eines klar: Wir alle sind gefordert! Das Klima steht kurz vor dem Kollaps, Mutter Natur hat ihre besten Zeiten bereits hinter sich, und den Eisbären ist auch schon ganz schlecht (beziehungsweise warm). Heißt es zumindest. Während aber die deutsche Regierung lediglich fleißig abschaltet und sich Stromkunden über höhere Rechnungen freuen, gibt es auch noch Menschen, für die Klimarettung nicht nur Beruf, sondern Berufung ist. 

Einer von ihnen stammt ursprünglich aus Schweden,  wirkt als Berufsphilatelist ebenso wie als politischer Aktivist und heißt Jakob von Uexküll.  Als Stifter des „Alternativen Nobelpreises“, Initiator des „Weltzukunftsrats“ und Mitbegründer des „alternativen Weltwirtschaftsgipfels“ dürfte er mittlerweile zu einer Art Messias unter den Weltrettern avanciert sein. Ganztägig für Mutter Natur engagiert, findet der zweifellos fleißige Mann dennoch genug Zeit, um ausgiebig über die Zukunft zu philosophieren.
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Der Judenbeauftragte von Cloppenburg



Cloppenburg hat keineswegs nur malerische Landschaften, die Bockwindmühle oder den legendären „Pfanni-Turm“ zu bieten. Nein, dort ruht auch das unheilbar gute Gewissen, und zwar in Gestalt des grünen Landtagskandidaten Ulf Dunkel. Wobei es streng genommen gar nicht wirklich ruht, sondern vielmehr tobt, und das schon seit ein paar Monaten. Denn Dunkel, das muss man wissen, will nicht nur am 20.1.2013 in den niedersächsischen Landtag einziehen, sondern auch Kinder vor dem „archaisch-religiösen Brauch“ der Beschneidung bewahren. Wenn der Familienvater nicht gerade gegen den Ausbau der E233 zur Autobahn ankämpft, gilt seine Aufmerksamkeit ganz und gar der „genitalen Selbstbestimmung“. Also der Abschaffung des „Schniedelbunds mit Gott“, wie Dunkel so schön sagt. Dass fremde Vorhäute ihn mittlerweile schon zu lyrischen „Leistungen“ inspirieren, war erst neulich nachzulesen. Sein Gedicht, worin er Juden und Muslime zu „Arschlöchern“ erklärte, sei angeblich Folge eines „Wutausbruchs“ gewesen - wobei man sich fragen muss, ob Zustände dieser Art bei Dunkel nicht schon chronischer Natur sein könnten.  

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De mortuis nihil nisi bene

Je länger das Dritte Reich zurückliegt, desto populärer ist es, jüdisch zu sein. Doch wie verpasst man der eigenen Vita einen Touch von Jüdischkeit, wenn man weder über eine jüdische Mutter, noch über das für einen ordentlichen Übertritt erforderliche Durchhaltevermögen verfügt? Genau das hat wohl kaum jemand eindrücklicher als die in Remagen wirkende Lyrikerin Irena Wachendorff vorgemacht.

Wir erinnern uns: Das ist die Jüdin, IDF-Veteranin und Teilzeit-Israelin, die gleichzeitig als „jüdische Freundin“ von MdB Ruprecht Polenz, Israelkritikerin, Friedensaktivistin und Mitglied mehrerer jüdischer Gemeinden, bisweilen gar als Vorbeterin, reüssierte. Als Tochter eines „Zadeks“, der vor den Nazis flüchten musste, und einer Auschwitz-Überlebenden mit „Nummer im Arm“, die der täglichen Pflege durch Irena selbst bedurfte, surfte sie lange Zeit auf der Erfolgswelle. (Siehe hier und hier)

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Der europäische Patient

Dass der Nahostkonflikt auf sein globales Publikum einen größeren Reiz als andere Auseinandersetzungen ausübt, daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt. An die unzähligen gefühlten Nahostexperten, die schon dann voll in Fahrt geraten, wenn ein Jude einem Araber in Tel Aviv den Parkplatz wegschnappt, auch. Sobald allerdings die Empörungswelle auch in die internationale Politik überschwappt, wird es etwas skurriler als sonst.

So geschehen vorige Woche, da die israelische Regierung den Bau neuer Wohnungen im Jerusalemer Vorort Ma‘aleh Adumim erwog. Von „illegalen Siedlungen in den besetzten Gebieten“ ist da die Rede – freilich ungeachtet der Tatsache, dass besagter Grund lediglich umstritten ist und 1948 Teil eines Palästinenserstaats gewesen wäre, wenn die Araber es nicht vorgezogen hätten, einen Krieg gegen das junge Israel anzuzetteln. Aber warum sollte man sich mit Fakten aufhalten, wenn der diplomatische Werkzeugkasten doch den Vorschlaghammer bietet, der dort ohnehin schon viel zu lange (da er gegenüber den Diktaturen dieser Welt nicht nötig scheint) vor sich hin staubt?

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Der Pirat aus dem Neuzeit-KZ

Haben Sie schon mal was von Sebastian Hochwarth, Mitglied der Piratenpartei, gehört? Nein? Macht nichts, im Grunde muss man ihn nicht kennen. Es sei denn, Sie wollten schon immer mal wissen, wie man sich im Jahre 2012 selbst zum KZ-Opfer befördert. Das ist gar nicht schwer, Sie müssen sich dazu lediglich den Hochwarth’schen Blog zu Gemüte führen. Dort erfahren wir viel über ihn, den „Papa, Musiker, Pirat, Geocacher, Atheist, denkender (un)Mensch“ aus Ludwigshafen - noch mehr allerdings über den Kleinkrieg, den er schon seit geraumer Zeit gegen die Arbeitsagentur führt. Hochwarth, das muss man wissen, empfängt nämlich HartzIV und reüssiert dabei schon länger als hauptberufliches „Bebbing“-Opfer (= „Mobbing durch Behörden“, wie Hochwarth sein Schicksal beschreibt). Völlig am Boden, mit den Nerven am Ende, quasi „ganz unten“, reißt der wackere Pirat sich allerdings immer wieder hoch und fechtet seinen Feldzug gegen das „System“ erbittert aus. Schauen Sie mal:

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Google und der digitale Wutbürger

Bis vor Kurzem befand sich das hiesige gute Gewissen noch im Lot. Es setzte sich aus ein paar Allgemeinplätzen – darunter: „Atomkraft ist böse“, „Mülltrennung ist gut“, „Umverteilung ist auch gut“, „Traue keinem Unternehmen!“ – zusammen, wodurch diese hochkomplexe Welt eine gewisse Ordnung erfuhr. Nun aber hat sich etwas geändert. Herrschte bislang große Skepsis gegenüber Unternehmen und Konzernen im Allgemeinen, solchen mit hohem Umsatz im Speziellen, so gibt es jetzt eine Ausnahme von der Regel. Die wiederum heißt Google und avanciert gerade zum Unternehmen der Herzen. Denn Google ist nicht nur „das Netz“, sondern auch der tapfere Advokat der Netzfreiheit, der zwielichtige Verlage gerade gehörig an den Kragen wollen.

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Das wahre Leid der Palästinenser

Faszination Nahostkonflikt: Während palästinensische Raketen auf israelisches Staatsgebiet, allein in diesem Jahr übrigens 800, eine eher sedierende Wirkung beim deutsche Publikum entfalten, so genügt schon eine israelische Rakete, um hierzulande die gleiche Reaktion zu verursachen, die bei Hugh Hefner nach der Einnahme von Viagra entsteht. Maximale Erregung allerorts, in Kommentarspalten, auf spontan einberufenen Demos und in Redaktionsstuben.

So auch dieser Tage, da anlässlich der israelischen Militäroperation gegen die Hamas die Sorge um eine „neue Spirale der Gewalt“ rasant wächst. Dass Israel doch tatsächlich ein Recht auf Selbstverteidigung hat, die Angriffe sich ausschließlich gegen Massenmörder und Terroristen richten und zudem als Reaktion auf permanenten Raketenbeschuss aus Gaza zu betrachten sind, tut bei der hiesigen Ursachenforschung (kurz: Der Jude ist schuld) natürlich nichts zur Sache. Und auch an dieser Stelle soll es um einen anderen Punkt gehen, der den Deutschen sehr am Herzen liegt: das unendliche Leid der Palästinenser.

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Blutorden und Blasmusik

"Unpolitische Volksmusik, die demokratische Partei CSU und der Nationalsozialismus: Aktuell ergibt dieses Dreigestirn ein recht befremdliches Bild, das wenig Gaudi für die Christsozialen verspricht. Denn wie sich jetzt herausgestellt hat, finanzierte und veranstaltete die parteinahe Hanns-Seidel-Stiftung ein urbayerisches Event, das ohne die Ideen und das Geld überzeugter Nationalsozialisten so nicht zustande gekommen wäre."

Weiter geht's zu meinem Kommentar in der "Jüdischen Allgemeinen".
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Wir sind Obama!

Nun, da Präsident Obama weitere vier Jahre im Weißen Haus residieren wird, sind die Deutschen völlig aus dem Häuschen. Die Obama-Mania, eine besondere Form der Euphorie – sie schäumt förmlich über. Sie ergreift sowohl Berlin als auch Buxtehude und zaubert nahezu jedem, vom Studenten bis zum Rentner, ein entzücktes Lächeln ins Gesicht. Hach, was ist das schön! Schöner als Weihnachten, Sonderangebote bei Karstadt und eine Doppelhaushälfte im Grünen zusammen. Jubel, Trubel, Einigkeit anlässlich der Tatsache, dass in den USA erneut ein Mann Präsident wurde, den auch 90 Prozent der Deutschen gewählt hätten – was übrigens nordkoreanischen Verhältnissen entsprochen hätte, aber lassen wir das. Erst waren wir Papst, nun sind wir Obama!

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Der ganz normale Wahnsinn



Im Grunde habe ich ein Herz für Leserbriefschreiber und artverwandte Wesen. Für die einen, die es bei Komplimenten, Heiratsanträgen und knappem Feedback  belassen, mehr. Für die anderen, die mit geistiger Diarrhoe auf sich aufmerksam machen, weniger. Obwohl es, zugegeben, ohne solche Geisterfahrer auch langweilig wäre. Und dann gibt es natürlich noch Exemplare, die sich streng genommen keiner der beiden Kategorien zuordnen lassen. Das sind die, die keinen Friseur haben. Einsame Seelen, unterbeschäftigte Rentner, Männer mit stark ausgeprägter Midlifecrisis und „entrechtete“ Väter beispielsweise. Ihren Tätigkeitsschwerpunkt haben sie längst in die Postfächer fremder Leute verlagert, wo sie selbstverständlich kostenlose und unkomplizierte Gesprächstherapie erwarten. Oder eher massiv einfordern. Denn sobald der Leserbriefschreiber eine höfliche Standard-Antwort empfangen hat, kommt er erst richtig in Fahrt. 

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"If I can do it, anyone can do it!"

„Are you kidding me? Never ever in my life“, entfährt es ihm, während er sorgsam den Milchschaum auf den heißen Kaffee drapiert und so zum Cappuccino befördert. Sehnsucht habe er schon lange nicht mehr, bekräftigt er nochmals, hier sei er absolut glücklich – als Antwort auf die Frage, ob er denn die USA irgendwann wieder gegen sein Heimatland eintauschen wolle. Höchstens seine Familie, ja, die vermisst er manchmal ein wenig. „But I’m American now, you know“, fügt er lächelnd hinzu. Und darauf ist der Mann, der vor über zehn Jahren aus seiner türkischen Heimat Antalya ohne Geld, dafür aber mit Greencard, nach San Francisco kam und nun im eigenen Café seine Gäste mit Sandwiches versorgt, mächtig stolz.

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Über gute und schlechte politische Einflussnahme



Fast könnte man Mitleid für Dr. Hans Michael Strepp, ehemals CSU – Pressesprecher, empfinden. Von der Justiz über die bayerische Staatskanzlei hinein in die Zentrale der CSU, endet der Parabelflug des promovierten Juristen nun im medialen Fleischwolf und vorerst im beruflichen Nirgendwo. Anlass der Bruchlandung: Ein Anruf beim ZDF, wobei Strepp den diensthabenden Redakteur dazu gedrängt haben soll, nicht über den Parteitag der bayerischen SPD zu berichten. So zumindest weiß es die „Süddeutsche Zeitung“, der Parteilichkeit in eine bestimmte Richtung freilich völlig fremd ist, zu berichten. 

Was Strepp tatsächlich am Telefon gesagt hat, ob es gar Wulff-Qualitäten hatte, nun, das wird wohl sein Geheimnis bleiben. Wenn es so klang, wie ZDF und SZ behaupten, wäre das Vorgehen selbstverständlich unverzeihlich. Unverzeihlich und vor allem dumm, weil das Gefahrenpotential der bayerischen SPD aus CSU-Sicht eher überschaubar ist. Unverzeihlich, dumm und dilettantisch, da man von einem Pressesprecher mehr Weitsicht erwarten darf. 
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Nachhaltige Tanzflächen und grüne Kuriositäten

Abends halb zehn in San Francisco. Aus einem Gebäudekomplex dröhnt Musik, davor formt sich eine Vielzahl junger und nicht mehr so junger Menschen brav zu einer Schlange. Für einen Freitagabend nichts Ungewöhnliches, besonders hier im „SoMa-District“, wo das Nachtleben „pulsiert“, wie man so schön sagt. Die eine durchforstet ihre Handtasche noch nach ihrer „ID“, der andere wippt betont lässig mit dem Fuß, und ein paar Teenie-Mädchen, die offenbar zu jung waren, staksen auf ihren Plateau-High-Heels bedröppelt von dannen.

Fast habe ich die abendliche Versammlung umschifft, da ertönt es plötzlich: „So you don’t wanna join us?“ – direkt hinter mir. Und während ich (die amerikanische Offenheit mittlerweile gewohnt) mich noch umdrehe, spricht die unbekannte Stimme, die vermutlich zu einem Studenten gehört, begeistert weiter. Ich würde mich direkt vor dem grünsten Nachtclub der Welt befinden, meint er (und hat damit fast recht). Ob ich denn nicht Lust hätte, den „sustainable dancefloor“ zu sehen? „Sustainable what?“, frage ich ungläubig bis verblüfft nach. Natürlich nicht, ohne „Sorry, I’m from Germany“ hinzuzufügen, was in den USA meist als Ticket für eine spontane Informationsveranstaltung durch Einheimische dient.

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Jetzt spricht Irena!

Kostümjuden – Fans und Rotarier rund um Bonn aufgepasst! Sollten Sie am kommenden Mittwoch in Ihrer Mittagspause noch nichts vorhaben, dann lassen Sie sich dieses vielversprechende Event, auf das mich ein Achgut-Leser aufmerksam gemacht hat, auf keinen Fall entgehen:

“Rufmord durch Blocks im Internet”
17.10.2012 - 13:00
Referent: Irena Wachendorf
Ort: Golf Course Bonn-Gut Grossenbusch
http://www.rotary1810.de/bonn_siegburg/01_termine/index.php?tid=20837&kat=3

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It's Bibo, stupid!

Leise Töne sind nicht unbedingt des Amerikaners Sache. Schon gar nicht in Wahlkampfzeiten. Da mag er, dieses unzivilisierte Wesen, es lieber laut und eindringlich. Hier in San Francisco trifft man dieser Tage beispielsweise Frauen, die nun wieder (oder nach wie vor) ihre Obama-T-Shirts im Bling-Bling-Glitzer-Design spazieren tragen. Alternativ auch Sektierer, die am Union Square Plakate aufbauen, auf denen ein mit Hitler-Bart versehener Präsident prangt. Und wer gelegentlich durch amerikanische News-Channel zappt, wo sich Studiogäste wenigstens noch gebührend anschreien, statt verkrampft nach Konsens streben zu müssen, der wird Jauch und Kollegen als ähnlich aufregend wie eine Kaffeefahrt nach Buxtehude empfinden.

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Wie Präsident Obama dem Terrorismus begegnet

In Deutschland, so liest man, erhitzt das Mohammed-Video immer noch die Gemüter. Während Guido Westerwelle die Grenzen der Meinungsfreiheit absteckt, marschieren empörte Demonstranten gegen die Verletzung religiöser Gefühle an. Hier in den USA sind wir schon ein wenig weiter. Natürlich, der youtube-Streifen im Amateurstil ist ein Thema. Aber es geht weniger darum, ob er verboten oder zum neuen Maßstab für freie Meinungsäußerung erklärt wird – sondern vielmehr um die Posse, in der sich Obama und das Filmchen die Hauptrolle teilen.

Doch der Reihe nach: Am 11. September stürmte ein „aufgebrachter Mob“ ein US-Konsulat in Bengasi und tötete dabei den Botschafter sowie drei seiner Mitarbeiter. Während in Folge dessen noch andernorts US-Flaggen brannten und Botschaften angegriffen wurden, ließ die US-Regierung verlauten, es habe sich in Libyen um einen spontanen Aufstand anlässlich eines anti-islamischen Videos gehandelt. Ganz so, als hätte ein lächerlicher Kurzfilm vier Amerikaner getötet. Soweit Obamas Theorie.

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Neulich bei Safeway



Berichte aus der freien Welt. San Francisco, California, USA. 


Zu den Dingen, die ich nur erledige, weil kein Weg daran vorbei führt, zählt zweifellos einkaufen gehen. Warum manche Leute daran Freude empfinden, mit Zettel durch die Reihen von Edeka zu spazieren, hinterher genüsslich über den Wochenmarkt zu schlendern und anschließend das Reformhaus aufzusuchen, um ein spezielles Fünfkorn-Müsli zu erwerben, erschließt sich mir bis heute nicht. Allein die Tüten, die es zu füllen und tragen gilt, vermiesen ungefähr alles, und eigentlich wäre es mir am liebsten, wenn sich der Kühlschrank automatisch und ohne Aufwand füllen würde. Eben das Tischlein-deck-dich-Prinzip. 

Fernab der Heimat verhält es sich hingegen ganz anders. Es bedarf lediglich einer mindestens siebenstündigen Anreise per Flugzeug, um mein Einkaufsverhalten eklatant zu ändern. Ja, ich gebe es zu: Ich mag US-amerikanische Supermärkte. Den kleinen am Eck, wo der Inhaber nur eine CD besitzt und diese in Dauerschleife spielt. Nämlich Pavarotti, weshalb man täglich mit „O sole mio“ begrüßt wird. Aber auch die großen, wie zum Beispiel Safeway, in denen man sich verläuft. Wo die Joghurt-Abteilung allein so groß wie der örtliche Rewe (und dank ultramoderner Kühlung so kalt wie die Arktis) ist. Wo vom „Bavaria Blu“-Blauschimmel über Sahnetorten im XXL-Format bis hin zu Hummus in mindestens zehn verschiedenen Geschmacksrichtungen alles zu haben ist und ich vor unbekannten Getränken  – pomegranate flavored water bis hin zur green tea lemonade - stehe, um danach mangels Entscheidungsfähigkeit doch wieder die Cola einpacke. Beziehungsweise nicht ich, sondern wahlweise der Kassierer oder speziell dafür eingestelltes Personal, das die Einkäufe an der Kasse fein säuberlich in Tüten (recyclebares Papier, Plastik gibt’s hier nicht, San Francisco ist schließlich grün!) verstaut. 

Und außerdem gibt es gerade im Herbst während des Einkaufs im durchschnittlichen Supermarkt noch viel mehr zu erleben. Schauen Sie mal: 


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Oder auch hier und hier


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Die Meise aus Remagen macht weiter. Polenz auch.

Über Ruprecht Polenz kann man wahrlich vieles sagen, eines darf man ihm jedoch nicht unterstellen: Faulheit. Denn der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses ist in der Tat ein fleißiger Mann. Wenn er nicht gerade das Ansehen sudanesischer Islamisten verteidigt, von einem Interview zum nächsten hetzt und Antisemiten jeglicher Couleur auf seiner Facebook-Seite Asyl bietet, soll er tatsächlich noch im Bundestag erscheinen.

Insofern ist es ihm hoch anzurechnen, dass er bei all dem Stress seine gute Freundin, die über die Grenzen Remagens hinaus als Kostümjüdin bekannte Irena Wachendorff, nicht vergessen hat. Die nämlich hat sich zwar offiziell und auf Anraten „ihrer“ jüdischen Gemeinde, wo sie nur leider kein Mitglied ist, von Facebook verabschiedet, nachdem ihr jüdisches Kalkül plötzlich gar nicht mehr jüdisch war. Inoffiziell hingegen dreht sie dort freilich immer noch ihre Runden. Natürlich nicht unter Klarnamen, sondern mit dem Account ihres mittlerweile verstorbenen Hundes („Moira Wachendorff“), womit ihre bisherige Freakshow eine würdige Fortsetzung erfährt.

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Johannes Ponader in „Das Urheberrecht der Anderen“

Der Pirat als solcher gilt gemeinhin als possierliches Wesen.  In der Regel ist er jung, daher also „erfrischend“, und das rudimentäre Programm gleicht er durch Entertainment via Twitter aus. Vor allem ist er jedoch eins: authentisch! Der Hang zur Doppelmoral ist ihm genauso fremd wie die Zukunft des Euros.

Zu den Piraten, die das besonders glaubhaft demonstrieren, zählt auch deren „politischer Geschäftsführer“ Johannes Ponader.  Der „Gesellschaftskünstler“, 1er-Abiturient und Dauergast in mehreren Studiengängen bewirbt nicht nur seit Jahren das Bedingungslose Grundeinkommen, nein, er lebt es auch! Mal mit Hilfe des Sozialamts, dessen System er aber für „entartet“ hält, und nun durch Spenden. Das ist außerdem insofern authentisch, als der polyamant lebende Politiker damit gleichzeitig den Künstler verkörpert, auf den seine Partei hinarbeitet: enteignet, aber sexy. Dieses Ideal gefällt auch Johannes Ponader, weshalb er dazu auf Twitter verlauten lässt:

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Don’t Cry For Me Bettina

Auf dieser Welt existieren unzählige Anlässe, Dinge und Themen, die Bücher füllen könnten. Das Dasein als „First Lady“ zählt dabei eigentlich zu den interessanteren Aufhängern. Selbst dann, wenn Rotlicht-Anekdoten fehlen, wie es im Werk der nun hauptberuflichen Nicht-Escort-Dame Bettina Wulff der Fall ist.

Die allerdings hält es jetzt ganz anders. Statt auf Politik setzt Bettina Wulff in ihrem Buch offenbar verstärkt auf ihre Leiden als First Lady. Auf Tränen, Magenschmerzen und gerötete Haut. Der Leser erfährt unter anderem, dass das Amt der Frau des Bundespräsidenten zu diesem Zeitpunkt absolut untauglich für Mütter mit kleineren Kindern gewesen sei. Und mehr noch:

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Mao, Che Guevara, Ho Chi Minh – und Osama!

Zu den Feiertagen, die trotz fehlender gesetzlicher Verankerung von immenser Bedeutung sind, gehört zweifellos der 11. September. Während man den Tag hierzulande mit längst lieb gewonnen Ritualen – eine neue „So war es wirklich“-Theorie hier, ein paar „unbequeme Fragen“ dort – begeht, darf natürlich einer nicht fehlen: Osama bin Laden, hauptberuflich Familienvater, nebenbei engagierter Freiheitskämpfer und Bombenbastler der Herzen in deutschen Landen. Vor allem, seit er nicht mehr unter uns weilt.

Sicher, eine gewisse Solidarität war schon damals zu spüren, als Osama im Gegensatz zu seinen 3.000 Todesopfern noch am Leben war und man sich hierzulande mit einem „Geschieht den Amis recht!“ auf den Lippen schadenfroh die Hände rieb. Aber nachdem der Terrorfürst im Mai vorigen Jahres ins Jenseits befördert wurde, war man dann völlig aus dem Häuschen.

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«Und ich möchte hier mal als Jüdin sagen ...»

"Über Irena Wachendorffs Gründe, sich diese Biografie zuzulegen, lässt sich spekulieren, letztlich bleibt es ihr Geheimnis. Es liesse sich als private Extravaganz abtun, wäre sie damit nicht so offensiv an die Öffentlichkeit gegangen – in Schulklassen gab sie «Kindern in ihrer Eigenschaft als ‹Jüdin› und Tochter Überlebender Einblick in das Schicksal jüdischer Familien im 3. Reich» – und hätte sie sie nicht instrumentalisiert, um gegen Israel zu hetzen. Pro-Israel- Aktivisten sind für sie die «Neonazi- Truppen unter den Juden», und über die Hamas sagt sie: «Gäbe man der Hamas die Chance, ohne Gesichtsverlust einschwenken zu können ... Sie würde es tun!» Oder: «... ich sehe mein Ziel noch ferne, da solche Extremisten wie Islamisten und Zionisten diese meine Vision von friedlicher jüdischer Existenz, nicht teilen wollen.» Eifriger Unterstützer Wachendorffs war Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, auf dessen Facebook-Seite sie mit ihren israelkritischen Statements oft vertreten war."


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Der Jude war's!

Schon wieder ist es so weit: Der Jude hat etwas verbrochen. Genauer gesagt: ein Berliner Rabbiner, der vorige Woche mit seiner kleinen Tochter in Berlin unterwegs war und dabei von vier Arabern erst gefragt wurde, ob er Jude sei, und dann beleidigt sowie krankenhausreif geprügelt wurde. Sein Verbrechen bestand darin, ein lebendiger Jude zu sein, noch dazu aufgrund seiner Kippa deutlich als solcher erkennbar. Das geht freilich zu weit, wo kommen wir denn hin, wenn die Juden hier nicht nur ihre Kinder beschneiden lassen wollen, sondern auch noch eine traditionelle Kopfbedeckung tragen?

Während nun der Regierende Bürgermeister und weitere Amtsträger garantieren, Intoleranz und Hass nicht zu dulden, melden sich schon die ersten Kaffeesatzanalysten zu Wort. Darunter auch Ali Maarous, Chef des Deutsch-Arabischen Zentrums, der den „Vorfall“ zunächst verurteilte, dann jedoch gleich ein passendes Erklärungsmodell anbot:

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Bundestag gibt Antisemiten eine Bühne

Zu den einfühlsamsten Wesen, die sich in Berlin rumtreiben, zählt die Entwicklungssoziologin und Bundestagsabgeordnete Anette Groth (Die Linke). Die hat nicht nur ein Herz für Terroristen, mit denen sie gen Gaza segelte, sondern auch für die palästinensische Knesset-Abgeordnete Haneen Zoabi, die sie an Bord der „Friedensflotte“ kennenlernte.  „Was die Frauen eint, ist ihre Solidarität mit den Palästinensern und ihr Protest gegen die Blockade des Gaza-Streifens durch Israel.“

Zoabi jedoch ist seit dem besagten Terror-Törn in ihrer Heimat Israel einer „Hexenjagd“ ausgesetzt. Ein Fall für Annette Groth, die deshalb vor zwei Jahren eine Patenschaft für Zoabi übernommen hat. Genauer: Eine Patenschaft im Rahmen des „Parlamentarier schützen Parlamentarier“–Programms, dessen Ziel es ist, „internationale Öffentlichkeit für die Lage von Menschenrechtsaktivisten und Oppositionspolitikern zu erzeugen, die verfolgt oder von politischen Repressionen betroffen sind.“

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Wie man richtig neidet

Der urdeutsche Robin-Hood-Mechanismus gehört zu den Dingen, die nie aus der Mode kommen, weil sie immer funktionieren. Ein Blick auf die öffentlich-rechtlichen Gesprächskreise der vorigen Woche genügt da schon. Im Angebot standen „Her mit euren Millionen – drücken sich die Reichen?“ bei Onkel Jauch und „Der Millionär hat’s schwer! Reiche zur Kasse bitte!“ mit Tante Maischberger. Und für das Schmankerl oben drauf sorgte Kanzlerin Merkel, die dem „Handelsblatt“ verriet, dass „Reichtum umzuverteilen ganz wichtig sei“, man allerdings aufpassen müsse, „dass die Reichen nicht alle woanders hingehen, sondern dass noch ein paar Reiche bei uns leben“. Denn: „Das sei die Kunst der Politik.“

Recht hat sie, und mit ihr all die anderen, die gerade die Vorzüge des Umverteilens preisen und dabei um den schönsten Sahra-Wagenknecht-Habitus wetteifern. Recht haben sie natürlich nicht in der Sache, sondern im Ton. Wer ohne geistigen Aufwand größtmögliches Kopfnicken verursachen will, der muss einfach nur höhere Besteuerung der Reichen fordern. Nichts geht über eine gepflegte Neid-Debatte, aus der der Seelenbalsam nur so trieft.

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Warum Feministinnen die schlimmeren Männer sind

Mutter Natur kann manchmal wirklich ein starrsinniges Miststück sein. Da kämpfen Heerscharen an Feministinnen seit Jahrzehnten gegen die Degradierung der Frau zum Objekt an, rufen dafür Studiengänge wie „Feminist Studies“ ins Leben, schreiben ein Pamphlet nach dem anderen, widmen geradezu ihr gesamtes Dasein dem Feminismus, und doch war alles umsonst. Denn nun enthüllen Wissenschaftler, dass Frauen von Männern primär als Objekte wahrgenommen werden! Genauer gesagt, als Sexobjekte, was die Sache natürlich nicht besser macht. So erfahren wir auf „Welt Online“:

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Der Kleingeist ist ein Meister aus Deutschland

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat es wieder mal vermasselt. Während einer Rede im Bundestag leistete sie sich vorige Woche erneut einen Patzer. Beileibe nicht der erste in ihrer Amtszeit. Um den Euro ging es, die Schuldenkrise sowie stabilitätsfördernde Maßnahmen. Doch dann sprach sie plötzlich vom „D-Mark-Rettungsschirm“ – und stapfte damit geradewegs in ein Fettnäpfchen. Nur ein peinlicher Versprecher, oder doch ein beunruhigendes Signal? Vielleicht kann Frau Merkel ja gar nicht zwischen Euro und D-Mark unterscheiden, orakelt es nun in der „Washington Post“, während die „New York Times“ der Kanzlerin die Fähigkeit zum Regieren schon völlig abspricht, die „Daily News“ den nötigen Ernst nicht mehr erkennen kann und das „Wall Street Journal“ schadenfroh eine Liste von Angies dümmsten Ausrutschern erstellt.

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Der Beck-Effekt

Das soziale und gesellschaftliche Miteinander funktioniert nur mit ein paar Grundregeln. Wer beispielsweise falsch parkt und dabei erwischt wird, hat sein Bußgeld zu zahlen. Wer versehentlich Rotwein über den Perserteppich des Nachbarn kippt, muss für den Schaden aufkommen (zumindest jedoch dessen Haftpflichtversicherung). Und wenn ein Kapitän den eigenen Dampfer zu Schrott fährt, sollte auch er die Konsequenzen ziehen. Das nennt man Verantwortung für das eigene Tun inklusive der eigenen verursachten Fehler.

Allerdings gehört zu jeder Regel auch eine Ausnahme. So gilt in Bezug auf Verantwortung die Devise, dass das dazugehörige Bewusstsein in dem Maße abnimmt, wie der Abstand zum Volk zunimmt. Während Verantwortung für „den kleinen Mann“ verpflichtend ist, stellt sie für gewählte Volksvertreter oftmals lediglich ein Nice-to-have dar. Kann man an den Tag legen, muss man aber nicht, wie aktuell in Rheinland-Pfalz zu beobachten ist.


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Warum Freud einen Facebook-Account gehabt hätte

Preisfrage: Was haben Ilse Aigner, der Arabische Herbst (ehemals Frühling), Profilneurosen und Sigmund Freud gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig, auf den zweiten hingegen könnte man feststellen, dass jede Person und jedes Phänomen eine spezifische Verbindung zu Facebook unterhält: Während der Verbraucherschutzministerin der Umgang mit deutschen Daten nicht behagt, zettelte die arabische Jugend online eine Revolution an und setzte sich so in angenehmer Weise von all jenen Narzissten ab, die auf Facebook ihre Komplexe kompensieren.

Und Freud? Nun, der hatte zwar mit Facebook nix am Hut, hätte aber sicher dennoch seine Freude daran gehabt. Wer sich schon immer mal ein Bild vom Innenleben einer Anstalt machen wollte, der kann sich auch bei Facebook anmelden. Zwar existieren dort auch nicht mehr Spinner als in der realen Welt, allerdings treten eben jene Gestalten dort auf kleinstem Raum in Heerscharen auf, was sie zweifellos unübersehbar macht. Und nein, damit sind nicht diejenigen gemeint, die täglich ihr Mittagessen fotografieren, die Frage „Was machst du gerade?“ wörtlich nehmen oder das Netzwerk mit einem Tagebuch verwechseln. Die sind kein Fall für die Couch, und auch nicht für Frau Aigner, weil der Striptease freiwillig stattfindet.

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Die Mär vom neuen Antisemitismus

Sobald es um das Geschlechtsorgan männlicher Juden und Muslime geht, mutiert der Deutsche gern zum Urologen, Theologen oder Kinderrechtler. So zumindest ließe sich ein Fazit der aktuellen Beschneidungsdebatte formulieren. Dass Vorhäute den durchschnittlichen Nicht-Betroffenen zu skurrilen Kunststücken inspirieren, ist mittlerweile nicht mehr von der Hand zu weisen.

Denn während es gerade so scheint, als würde der Vorhaut-Tsunami allmählich weiterziehen, gibt es einen, der sich noch rechtzeitig mit einer bahnbrechenden Erkenntnis im Epizentrum positioniert: Jörg Lau, Journalist, tätig für die „Zeit“ und gegen das Beschneidungsurteil, was ihn zweifellos ehrt. Wenn er nicht gerade Kommentare zum Thema produziert, dann erklimmt er noch ganz andere Sphären, von wo aus er nun Folgendes übermittelte:

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Dahoam im Antisemiten-Stadl

Zuweilen könnte man sich fragen, ob München eigentlich wirklich zu Deutschland gehört. Denn zum einen ist die bayerische Landeshauptstadt relativ frei von linksautonomen Randalierern, die Brandstiftung und Sachbeschädigung als legitime Form der Kapitalismuskritik betrachten. Zum anderen hat sich hier noch kein Salafist getraut, seine Umwelt mit Gratis-Koranen zu beglücken oder bewaffnet einer „Verletzung religiöser Gefühle“ vorzubeugen. Nein, all das geschieht in voller Intensität nur jenseits des städtischen Weißwurstäquators – in Hamburg, Berlin, Frankfurt und Bonn beispielsweise.

Schaut man allerdings genauer hin, dann entdeckt man auch im Herzen Münchens etwas typisch Deutsches: nämlich eine äußerst aktive Friedensbewegung, die sich die Rettung des Weltfriedens auf die Fahnen schreibt und zu diesem Zweck von früh bis spät für die Rechte der Palästinenser eintritt (zum Beispiel hier oder hier). Pausenlos mit dem Organisieren von Boykott-Kampagnen und Vorträgen über den „Apartheidstaat Israel“ beschäftigt, bleibt für die Zivilbevölkerung in Syrien, Regimekritiker im Iran und Gulag-Insassen in Nordkorea wohl leider keine Zeit mehr.
Sie alle haben sich bestimmt schon seit Monaten auf die „Palästina Tage“ gefreut, die derzeit in München und mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats stattfinden. Im Mittelpunkt stehen diesmal „Palästinas Frauen, die im gewaltfreien Widerstand gegen Besatzung, Entrechtung und Vertreibung eine wichtige Rolle spielen“. Dazu zählt auch Haneen Zoabi, die vorigen Donnerstag über die zionistisch verursachten Leiden der Palästinenser referierte. Im Programm (PDF) erfahren wir Folgendes:

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Jetzt muss Knecht Ruprecht ran!

Langsam wird es still um Irena Wachendorff aus Remagen, die sich über Jahre hinweg eine drehbuchreife jüdische Identität herbeiphantasiert hat, um so ihrer Vita ein wenig Glanz und Gloria zu verleihen. Sie selbst hat Facebook verlassen, ihr Fürsprecher Ruprecht Polenz erholt sich gerade im Urlaub, und ihr Fanblock leidet an Auszehrung.

Derweil betreten Vertreter jüdischer Gemeinden die letzten Bretter jener Bühne, die für Frau Wachendorff mal die Welt bedeutete. Jahrelang gab sie sich als Mitglied der Kölner Gemeinde „Gescher LaMassoret“ aus, wo sie dummerweise nur als Abonnentin des Gemeindebriefs bekannt war. Nachdem ihr Second Life als „israelkritische Jüdin“ in die Brüche ging, handelte Frau Wachendorff äußerst pragmatisch und ernannte sich kurzerhand selbst zum Mitglied der liberalen jüdischen Gemeinde Neuwied Mittelrhein. Hier, in „ihrer Gemeinde“, will sie sich nach ihrer Bruchlandung beraten haben, wobei man ihr nicht etwa einen Gemeinde-Ausweis ausstellte, sondern den Facebook-Abgang empfohlen haben soll.  So, wie es sich für eine waschechte Jüdin – und dafür hält sie sich bis heute – gehört.

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Die Leiden des Piraten Ponader

Es ist noch gar nicht lange her, da fand in den Feuilletons (zum Beispiel hier und hier) dieses Landes die periodisch wiederkehrende Debatte über Geschlechterrollen statt. In der „Zeit“ erfuhr man dabei einiges über „Schmerzensmänner“, also „junge Männer“, die „Bärte tragen, Gitarre spielen, lieb, melancholisch und sehr mit sich selbst beschäftigt sind“. Man könnte dieses episch diskutierte Phänomen allerdings auch mit einem Begriff zusammenfassen: Waschlappen. Ob es außerhalb der Feuilletons existiert, kann Frau jederzeit im Alltag oder abends an der Bar selbst überprüfen.

Nun aber hält ein dem Waschlappen ganz ähnliches Prinzip auch in der Politik Einzug. Und zwar in Gestalt von Johannes Ponader. Der polyamant lebende „Gesellschaftskünstler“ hat allerhand studiert (Mathematik, Musikwissenschaft, Philosophie, Pädagogik, Theaterwissenschaft), bevor er seine Erfüllung im Dasein als Pirat fand und im April dieses Jahres zum Bundesgeschäftsführer der Piratenpartei gewählt wurde. In seiner Bewerbungsrede hieß es, „seine berufliche Situation lasse zu, mehr als 40 Stunden die Woche für sein Parteiamt aufzuwenden“. Ein echter Fulltime-Pirat also, dessen „berufliche Situation“ ihm nur deshalb so viel Raum für professionelles Pirat-Sein bietet, weil diese je nach Saison gar nicht existiert.

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Causa Wachendorff / Polenz: Eine Chronologie

Was bisher geschah:


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Augen zu und durch - mit Käptn Polenz auf großer Fahrt

Einen guten Kapitän erkennt man daran, dass er das sinkende Schiff zuletzt verlässt. Zu bemerken, wann der Dampfer den Geist aufgibt, ist dabei zwingende Voraussetzung. Mein Lieblings-MdB Ruprecht Polenz, der bereits seit Jahren zielsicher durch das Facebook’sche Sumpfgebiet am Rande der Gesellschaft tuckert und nun völlig vom Kurs abgekommen ist, bevorzugt hingegen eine andere Strategie. Dass er mit der Kostümjüdin Irena Wachendorff, die mittlerweile über Bord gegangen ist, auf die falsche Co-Kapitänin gesetzt hat, will er nicht bemerkt haben. Käpt’n Polenz leugnet lieber souverän den eigens verursachten Schiffbruch und hält stattdessen den schrottreifen Kahn, auf dem er gerade sitzt, für eine funktionstüchtige Queen Mary.

Und so war kürzlich die folgende Durchsage auf seiner Facebook-Seite zu vernehmen:

Ich bin Mitglied der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe und Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG). 1980 habe ich als Mitglied im Stadtrat die Städtepartnerschaft zwischen Münster und Rishon Le Zion mitbegründet. Bei meinem letzten Besuch in Israel habe ich als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses mit meinem Kollegen aus der Knesset eine regelmäßige strategische Zusammenarbeit beider Ausschüsse vereinbart, wie wir sie sonst nur mit Frankreich und Polen pflegen. Ich erwähne dies um zu verdeutlichen, dass mir ein gutes deutsch-israelisches Verhältnis seit Jahrzehnten am Herzen liegt. Es gibt von mir keine einzige Äußerung, die man auch nur entfernt als antisemitisch verstehen könnte. Ich habe übrigens auch von Frau Wachendorff keine antisemitische Äußerung gelesen. Broder hat den nachstehenden Schmutzkübel eigenhändig gefüllt. http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/polenz_dumm_schamlos_und_unheilbar_gesund/


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Die Protokolle der Meise von Remagen

Große Trauer im Club der Kostümjuden-Freunde und Legastheniker: Irena Wachendorff aus Remagen hat Facebook verlassen! Damit folge sie dem Rat des zweiten Vorsitzenden „ihrer“ jüdischen Gemeinde, mit dem sie vorgestern eine Krisensitzung abgehalten haben will. Um welche Gemeinde es sich diesmal handelt, darf natürlich aus Sicherheitsgründen nicht verraten werden. Allein, es muss wohl eine Gemeinde sein, in der ein„umgekehrter Ariernachweis“ zwecks Aufnahme nicht erforderlich ist.

Nun hoffen wir natürlich, dass der Facebook-Urlaub der Tochter eines orthodoxen Wehrmachtsrabbiners (so in etwa die aktuelle Version) nicht allzu lange dauern wird. Denn schließlich war das Medium nicht nur der ideale Treffpunkt für gleich gesinnte Hochstapler mit Judenknacks. Es war zudem eine Art Kanzel, von der aus die eingebildete Jüdin, IDF-Soldatin, Talmud-Lehrerin und Gaza-Urlauberin all jene Zionisten und „extremistischen Juden“, die aus Auschwitz nix gelernt hätten, ungehemmt nach ihrem Gusto maßregeln konnte. Und das sah dann so aus:

„Ach, das ist ja interessant. Ich bin Jüdin: Meine Mutter kommt aus Polen, ihr Vater aus Frankreich, meine Grossmutter aus GB, mein Grossvater aus dem Rheinland. Ein bunter Haufen Jüdelein und mein Deutsch ist trotz aller Sprachen perfekt. Herr Blum, ein versprngter jüdischer Vorfahre entschuldigt nicht alles :-)))“


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Tohuwabohu im Kostümverleih

Nun, da die Berufsjüdin Irena Wachendorff als Kostümjüdin geoutet wurde, läuft der Rest ihres Fanclubs so richtig Amok. Während die Remagenerin noch eine passende Gemeinde sucht und Ruprecht Polenz, Sonderbeauftragter für „umgekehrte Ariernachweise“, offenbar den Weltrekord im Aussitzen brechen will, sorgen skurrile Facebook-Nutzer für das angemessene Ambiente. Die einen mussten den Text nicht mal lesen, um ihn falsch zu finden, die anderen buddeln jüdische Wehrmachtsoffiziere aus, und der Rest findet es plötzlich gar nicht mehr wichtig, ob die Remagenerin wirklich jüdisch ist, Hauptsache sie tut was für den Frieden. Was in der Tat wurscht wäre, wenn die rheinische Frohnatur sich nicht genau dadurch definiert und damit eine Riesenwelle angegeben hätte. Riskieren Sie einen Blick in ein Biotop, wo die Neurosen nur so aufblühen:

Chorus Ben Ami Da habe wir sie ja , die Marionettenspielerin, ...die junge Frau mit dem verhangenen Blick, die mir als Jüdin sagen will, wie mein Jüdischsein auszusehen hat, die alte Männer instrumenatlisert Nachweise zu fordern....in einer Weise wie sie vor 1000 Jahren üblich waren. Mir gefriert das Blut in den Adern ob solcher Unverschämtheit.

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Emails für den Staatsanwalt

Es ist noch gar nicht lange her, da gab mein Lieblings-MdB Ruprecht Polenz den folgenden Gedanken in der "Frankfurter Rundschau" zum Besten: "Die schnelle und ungeprüfte Ausbreitung von Behauptungen und Angriffen im Netz, nennt Polenz ein „Spiel mit den Feuer“. Dagegen helfe nur Transparenz und Öffentlichkeit."

Und weil Herr Polenz, ein großer Freund aller Kostümjuden, in diesem Punkt ausnahmsweise mal Recht hatte, es jedoch selbst mit der Transparenz mittlerweile nicht mehr ganz so genau nimmt, muss nun dringend Abhilfe geschaffen werden. Im Folgenden ein paar Emails, die zu einem Zeitpunkt (17. / 18.06.2012) gewechselt wurden, als Frau Wachendorff offiziell noch Jüdin war und ihr Freund ein Alibi hatte:

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Die eingebildete Jüdin

Wenn die Deutschen auf etwas besonders stolz sind, dann ist es ihre Fähigkeit, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Nie wieder Krieg, nie wieder Rassismus, nie wieder Nazis - das klappt schon recht gut, nur bei den Juden läuft es noch nicht ganz rund.

So haben „gerade wir als Deutsche“ aus der Geschichte gelernt, wie man den eigenen Judenknacks politisch korrekt auslebt. Statt Antisemiten gibt es heute nur noch professionelle „Antizionisten“, notorische „Israelkritiker“ oder „Kritiker der israelischen Regierung“ (egal welche). Sie alle können einfach nicht untätig zusehen, wenn der Judenstaat mal wieder mit Selbstverteidigung droht. Und beinah jeder kennt oder hat „jüdische Freunde“, die seine Ansichten teilen. 

Wer sich in diesem Milieu umsehen will, der ist auf der Facebook-Seite von Ruprecht Polenz (CDU) an der richtigen Adresse. Polenz war mal ganz kurz Generalsekretär der CDU, heute sitzt er dem Auswärtigen Ausschuss im Bundestag vor. Er ist auch fleißiger Facebook-Nutzer, so fleißig, dass sich einige seiner Fraktionskollegen inzwischen fragen, wann er denn noch zum Arbeiten kommt.
Seine Facebookseite hat sich im Laufe der Zeit zu einer Kontaktbörse für Psychoten aller Art entwickelt. Hier tauschen sich Antisemiten mit Esoterikern und Salafisten aus, Selbstmordbomber kündigen ihre Attentate an, während nebenan der Holocaust geleugnet und das Existenzrecht Israels negiert wird. Über alledem thront Polenz selbst, der sich – nota bene! - für einen wahren Freund Israels hält, wie er immer wieder betont.


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Die Konkurrenz trägt Schlips und Stöckelschuhe

Zu den lästigsten Ideen, über die Brüssel und Berlin derzeit debattieren, gehört zweifellos die Frauenquote. Warum sie – so wie grundsätzlich alle Quoten – Quatsch ist, nun, dafür gibt es Gründe. Nicht nur, dass sie wahrlich ein zutiefst kollektivistisches Konstrukt ist. Darüber hinaus stigmatisiert sie fähige Frauen, diskriminiert Männer, ermöglicht dem Staat Eingriffe in die freie Wirtschaft und gaukelt Ottilie Normalverbraucherin vor, sie würde sich immer noch in der Kampfarena befinden, obwohl Frauen innerhalb der westlichen Welt den Männern schon längst gleichgestellt sind. Warum die Quote aber dennoch notwendig sein soll, wird uns gerne unter Bezugnahme auf die sogenannte „gläserne Decke“ erklärt.


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Amerika und die deutsche Seelenhygiene

Für einige Debatten gelten hierzulande besondere Regeln. Die Diskussion rund um Atomkraft ist dafür ein geeignetes Beispiel. Hier muss nämlich zwischen der bösen Atomkraft, die in deutschen AKWs produziert wurde, und den vergleichsweise harmlosen Atomen, die im Iran zu Bomben werden sollen, unterschieden werden. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Datenschutz: Den fordern nicht nur die Piraten, sondern wir alle. Wenn aber Julian Assange gegen das Recht US-amerikanischer Diplomaten auf Datenschutz vorgeht, ist das völlig legitim. Und ja, selbst bei Dingen wie Hass, Rassismus und Intoleranz muss gemäß des deutschen Hangs zur Differenzierung säuberlich nuanciert werden.


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Siedlerphobie in Jena

Spätestens seit voriger Woche weiß man hierzulande (wieder), wie heikel Geschäfte mit Juden zuweilen doch sein können. Da verkauft man ihnen ein paar U-Boote, und siehe da, schon hat dieses Völkchen darauf ein paar nukleare Sprengköpfe installiert. Seitdem tönt es aus der bundesdeutschen Pazifisten-Riege, die offenbar noch nie von Dingen wie „Zweitschlagskapazität“ gehört hat: „Nie wieder“ U-Boot-Deals mit Israel!

Das gilt natürlich auch umgekehrt. Wer den Nahen Osten befrieden will, sollte dem Judenstaat nicht nur nichts verkaufen, sondern auch selbst nichts erwerben, was von israelischer Hand produziert wurde. Zumindest, wenn es nach „Pax Christi“ – einer mit friedensbewegten Katholiken besetzten Organisation – geht, die nun mit der Aktion „Besatzung schmeckt bitter“ zur Lösung des Nahostkonflikts beitragen will. Und das soll so funktionieren:
„Die pax christi-Nahostkommission startet heute eine bundesweite Aktion für die Kennzeichnung von Waren aus den völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen auf besetztem palästinensischen Gebiet. Mit farbig bedruckten Papiertüten macht sie Verbraucher/innen darauf aufmerksam, dass Obst und Gemüse mit der Ursprungsangabe ,Israel‘ vielfach aus völkerrechtswidrigen Siedlungen stammen, und fordert sie dazu auf, sich für eine eindeutige Kennzeichnungspflicht einzusetzen.“

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Die Phantom-Diskussion

Zuweilen liegen Politik und Comedy ja eng beieinander. Humoristisches Potenzial, wohin das Auge blickt, egal ob es um Ilse Aigners Lebensmittelrationierungspläne oder Claudia Roths Ode an die Türkei geht. Und auch Dirk Niebels große Trauer angesichts der Tatsache, dass ihm ausgerechnet der Besuch eines Klärwerks in Gaza verwehrt blieb, entbehrt nicht eines gewissen Unterhaltungspotenzials. Eine mittelmäßige Komödie, möchte man zunächst meinen – allerdings mit Entscheidungsträgern in den Hauptrollen.

Ähnlich groß ist auch der Entertainment-Faktor, der der periodisch wiederkehrenden und von Garmisch-Patenkirchen bis zur Kieler Förde geführten Islam-Debatte innewohnt. Christian Wulff meinte, der Islam gehöre zu Deutschland, Innenminister Hans-Peter Friedrich und Unionsfraktionschef Volker Kauder behaupten das Gegenteil, und nun wärmt Bundespräsident Gauck alles noch mal auf. Ihm zufolge gehöre nicht unbedingt der Islam, sehr wohl aber die Muslime zu Deutschland, während indes der CSU-Politiker Markus Söder den Islam schon mal als „Bestandteil Bayerns“ deklariert.

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Piratige Paranoia

Bis vor Kurzem war die heile Welt der Piraten noch in Ordnung. Der eine saß bei Lanz, der andere kümmerte sich um den Holocaust, der nächste philosophierte über die „Tittenquote“, zwischendurch ein bisschen Urheberrecht, und am Ende des Tages „enterte“ man noch ein paar Landesparlamente. Doch nun droht nichts Geringeres als die ultimative Identitätskrise. Der Anlass: Piratenpartei-Chef Bernd Schlömer hatte vorigen Donnerstag ein Date. Mit Polit-Schwergewicht Henry Kissinger. Und noch dazu im Axel-Springer-Journalistenclub, der ganz offenbar nicht nur Alt-68ern im Rentenalter als Vorhof zur Hölle gilt.

Ein Vorhaben also, das freilich kein vorbildlicher Pirat mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Denn schließlich hätte sich hier ein „Nazi-Jude mit internationalem Haftbefehl“ angekündigt. Ein „Antidemokrat“, ein „Kriegsverbrecher“ und daher ein Mann, dem man nicht mal die Hand reichen dürfe, weil sonst die eigene Hand „verfaulen“ oder zur „demokratentötenden Zombiehand“ werden würde, wie aufgeregte Piraten auf Twitter warnten. Nein, mit so einem Ganoven wollen sich die Sauberpiraten, die natürlich kein Antisemitismusproblem haben, nicht abgeben! Bernd Schlömer möge bitte absagen, tönte es aus dem Shitstorm der Empörung, der kurz darauf noch mit ein paar Drohungen gegen den Piratenchef angereichert wurde.

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Fatwas gegen Shahin Najafi - Wo bleibt der Sturm der Entrüstung?

Es ist noch gar nicht lange her, da brach in deutschen Wohnzimmern, Redaktionsstuben und Abgeordnetenbüros mit reichlich Moralin versetzte Entrüstung aus. Der Anlass: Tod eines „54-jährigen Familienvaters“, der mit seinen Kindern sicher gern mal „Blinde Kuh“ spielte, sofern er nicht gerade Terrorattentate plante, koordinierte und ausführen ließ. Osama bin Ladens Leichnam hatte noch nicht mal den Grund des Indischen Ozeans erreicht, da war man hierzulande ob der Aktion der Navy SEALs schon völlig aus dem Häuschen.

Besonders empörte man sich damals über die Tatsache, dass die Amerikaner einfach in ein fremdes Haus in einem fremden Land einfielen und den Hausherrn erschossen, ohne ihn zuvor über sein Aussageverweigerungsrecht zu informieren. Altkanzler Schmidt echauffierte sich über einen „Verstoß gegen das Völkerrecht“, Peter Scholl-Latour über die „Verletzung der pakistanischen Souveränität“, und Alfred Buß (Präses der Landeskirche von Westfalen) ergänzte geschäftig, man müsse auf seine Feinde zugehen, anstatt Menschen einfach zu töten. Egal ob Hobby-Imker mit Antikriegstag-Erfahrung, Linksparteimitglied, Talkshow-Gast, Friedensforscher oder gefühlter Nahoststratege – jeder entrüstete sich eifrig mit und wusste ganz genau, dass das Problem nicht etwa Osama, sondern die unverschämten Amis waren. Es roch gewaltig nach Margot Käßmann, während landesweit bin Ladens Ableben betrauert wurde.

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BILD dir deinen Gratismut!


Jede Menge Heldentum gab es letzten Freitag bei der Verleihung des honorigen „Henri Nannen Preises“ in Hamburg zu bestaunen. Da sei es nämlich zum „Eklat“ gekommen, wie dem Rauschen des Blätterwaldes dieser Tage zu entnehmen ist. Eine Kategorie, zwei „Henris“ – der eine für zwei BILD-Reporter, der andere für drei SZ-Redakteure  – und ein völlig empörter Hans Leyendecker, der den Preis selbstverständlich ablehnte, um ihn sich bloß nicht mit den Schmuddelkindern von der Bild-Zeitung teilen zu müssen.

Gemein aber auch! Da erklimmen zwei Angehörige der „Springer-Presse“ mal eben den journalistischen Olymp, wofür Otto-Normal-Redakteur so lange leitartikeln muss, bis er sein eigenes Geschwurbel nicht mehr durchschaut. Nun aber hat die TAZ Tacheles gesprochen: „Drei Helden hatte der Abend. Jene Redakteure der Süddeutschen Zeitung, die eine Auszeichnung in der Kategorie „Investigation“ ablehnten – aus Protest gegen die Bild. Sie haben bewiesen, was vielen Journalisten im Umgang mit Deutschlands größtem Boulevardblatt fehlt: Courage.“
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Erfrischend: Piraten kümmern sich um lebende Juden


Nun, da die Piraten schon das vierte Landesparlament „geentert“ haben, ist es auch mal an der Zeit, sich über Inhalte Gedanken zu machen. Urheberrecht, Transparenz, schön und gut. Aber nach sechs Jahren Existenz und unzähligen Talkshow-Auftritten wäre eine Erweiterung des Themenspektrum vielleicht doch ganz erfrischend. Außenpolitik wäre zum Beispiel ein Terrain, das bislang noch kein Pirat betreten hat. Bis jetzt! Denn nun haben sich ein paar diplomatisch veranlagte Exemplare gefunden, die schon immer mal die Welt retten wollten. Und wo fängt man da am besten an? Logisch, in Israel! Darum hat Pirat "Filipp" zur Gründung einer „AG Nahostpolitik“ aufgerufen, „in der ein Programm zum Thema Israel, Palästina, Iran und Ähnlichem erarbeitet werden soll“. Dass Ahnungslosigkeit dabei kein Hindernis, sondern vielmehr zwingende Voraussetzung ist, wurde hier* schon mal eindrücklich dokumentiert:
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Über den Unsinn des Karikaturenverbots

Es hätte ja alles so schön sein können. Stellen wir uns vor, ein ausländerfeindlicher Rentnerclub namens „Pro NRW“ macht mit Karikaturen Wahlkampf, und keiner wäre hingegangen. Oder zumindest keiner außer den Salafisten, die im Gegenzug auch lustige Plakate gebastelt hätten. Weil aber Salafisten obskure Wesen sind, die den Koran „wörtlich nehmen“ und ihn damit gleichzeitig „missbrauchen“, kam alles anders. Statt Rentner-Karikaturen gab es also Messer, Pflastersteine und schwer verletzte Polizisten, was für die zahlenmäßig überlegenere „Wahre Islam“-Fraktion ein legitimes Vorgehen gegen die Verletzung ihrer religiösen Gefühle durch islamkritische Bildchen darstellt.

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Wie man die Antisemitismus-Keule richtig bedient

Zu den großartigsten Errungenschaften, die Deutschland so zu bieten hat, gehört zweifellos die Israelkritik. Einst behutsam im „Nie wieder“-Biotop kultiviert und seitdem liebevoll gehegt und gepflegt, erblüht sie heute in den prächtigsten Formen und Farben. Damit das auch so bleibt, sind „wir“ stets bemüht, das zarte Pflänzchen vor dem giftigsten Schädling – nämlich der „Antisemitismus-Keule“ – zu bewahren. Klar, denn lieber einmal Antisemitismus zu viel, als einmal Israelkritik zu wenig, wie es eine Woche zuvor an dieser Stelle nachzulesen war.

Seitdem hat sich viel getan. In Großbritannien soll es wie aus Kübeln schütten, und auch TE-Kolumnist Mark T. Fliegauf, der neulich schon die Broder’sche „Antisemitismus-Keule“ beklagte und sodann von einer „Welle der ganz anderen Art“ heimgesucht wurde, hat sich von diesem Schock offenbar immer noch nicht ganz erholt. Nun ging er „in Berufung“ und philosophierte dazu über „die Dreistigkeit, all jene berechnend zu stigmatisieren, die nicht mit Broder einer Meinung sind“, und darüber, dass dieser sich „hierzu nur allzu gern der Antisemitismus-Keule bedienen“ würde. Dinge also, die offenbar noch mal todesmutig gesagt werden müssen.

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Keine Keule ohne Antisemit

Zu den skurrilsten Debatten, die hierzulande so geführt werden, zählt zweifellos die über den Antisemitismus. Denn während Muslime an der Islam-Debatte, Migranten an der Integrations-Debatte und AKW-Betreiber an der Energiewende-Debatte partizipieren, nimmt an der Antisemitismus-Debatte so ziemlich jeder, nur kein Antisemit teil. Ganz gleich ob Linkspartei oder Günter Grass – kein Judenhass, nirgends. Logisch, denn der moderne Antisemit würde sich erstens nie als solcher outen, und bemerkt zweitens häufig nicht, einer zu sein.

Was natürlich nicht die generelle Abwesenheit von Antisemiten bedeutet, ganz im Gegenteil. „Gerade wir als Deutsche“ haben schließlich viel aus der Vergangenheit gelernt – auch, wie man politisch korrekt gegen Juden zu Felde zieht. Insofern nehmen heute nur noch geschäftige „Antizionisten“, „Israelkritiker“ oder „Kritiker der israelischen Regierung“ mit imaginären jüdischen Freunden, Kindern oder gar Wurzeln an der Debatte teil. Sie alle würden sicher auch mal Antinordkoreanismus, Syrien-Kritik oder Kritik an der weißrussischen Regierung betreiben, kommen nur leider nicht dazu, weil Israel ständig mit Selbstverteidigung droht.
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Wohlfühllinke im Wunderland

Gut zu sein ist das Stammkapital der Linken. Mit Jute-Beutel, Fair-Trade, Peace-Flagge und Anti-Atom-Button kämpfen sie pausenlos für die Umwelt, Frieden und Gerechtigkeit. Dumm nur, dass Linke primär gegen das skandieren, wovon sie selbst profitieren.

Links zu sein ist eine feine Sache. Denn links ist nicht nur, wo das Herz ist, sondern auch dort, wo Komplexes wunderbar einfach erscheint. Linke Wohlfühlideologie folgt stets der gleichen Logik, und die funktioniert so: Links ist gut, und wer nicht links ist, kann einpacken und ist natürlich ein Nazi. Da jedoch der Wandel der Zeit auch vor den Linken nicht Halt macht, müssen se ihr eindimensionales Weltbild gelegentlich den Umständen anpassen. Der gemeinsame Feind steht nicht mehr ausschließlich rechts, sondern lauert überall: An der Wallstreet, im Gen-Food, im Weißen Haus, im AKW, im Privatfernsehen, auf dem internationalen Finanzmarkt, im Versuchslabor der Pharmaindustrie und bei Gucci an der Kasse. Also dort, wo Liberalismus
über Gleichmacherei gesiegt hat und es konsequenterweise nach Fortschritt
und Wohlstand riecht.



Weiter geht's hier (S. 31), beziehungsweise auch in der Print-Ausgabe des "Echo"s, die in großen Teilen Österreichs erhältlich ist.
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Nichts Neues aus der Anstalt

Knapp ein halbes Jahrhundert ist es nun her, als Udo Jürgens sich beim Grand Prix Eurovision de la Chanson mit seinem Titel „Warum nur, warum?“ auf den fünften Platz klimperte. Mittlerweile ist es vergleichsweise ruhig um Udo geworden. Das herrlich pathetische „Warum nur?“ gibt hingegen immer noch den perfekten Soundtrack für kleine und große Tragödien des Alltags ab.
Zum Beispiel, wenn man sich abends im Biotop der öffentlich-rechtlichen Anstalten verzappt und dort, konfrontiert mit „Inga Lindström“, „Musikantenstadl“ und „Pilawas Märchenquiz“, die Qual der Wahl hat. Alles schon mal gesehen, alles irgendwie gleich einschläfernd. Oder nein, natürlich beruhigend unspektakulär, gleichförmig und daher seriös. Und wer nach fünf Jahren Weltreise wieder in Deutschland strandet, der kann sich darauf verlassen, dass zumindest in der Anstalt alles beim Alten geblieben ist: Frank Plasberg wird immer noch hart aber fair sein, Pilawa nach wie vor quizzen und Christine Neubauer zuverlässig als Bäuerin/Vollweib/verlassene Ehefrau auf der Mattscheibe auftauchen. Aber: Warum nur, warum geht es nicht auch ein klitzekleines bisschen spannender, liebe Anstalten?


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Streiten verboten?

Demokratie auf dem Prüfstand

Deutschland ist die Hochburg der Toleranz. Wer den Begriff googlet, stößt umgehend auf hunderte von Bündnissen, Aktionsprogrammen, Initiativen und Netzwerken, deren einziger Zweck darin besteht, sich für „Demokratie und Toleranz“ einzusetzen. Das ist einerseits vorbildlich und schön, andererseits aber auch durchaus skurril. Denn bekanntlich hört Toleranz immer dort auf, wo sie mit unbequemen Meinungen kollidiert. Spätestens dann versteht der deutsche Michel, der sich gerne mal das Gewand des toleranten Demokraten überwirft, absolut keinen Spaß mehr. Er gerät umgehend in Rage und zieht couragiert zur Vernichtung anderer Ideen zu Felde. Scheinbar bemerkt er dabei vor lauter Eifer nicht, dass er gerade das bekämpft, wofür er sich eigentlich einsetzt. Denn Demokratie funktioniert nun mal nicht ohne Meinungsfreiheit und Streitkultur - zwei Dinge, die dem deutschen Michel zutiefst zuwider sind. Zumindest, wenn es um Ansichten geht, die das harmonische Weltbild zu sprengen drohen oder anstrengende Diskussionen provozieren würden. Ansichten also, die eine Demokratie dringend braucht.


Weiter geht's auf blink, dem konsequent liberalen Polit-Magazin von und mit Aaron Koenig und Daniel Fallenstein - diesmal schwerpunktmäßig zum Thema Demokratie. Wer weitere großartige Beiträge, u.a. von Hamed Abdel-Samad und meiner Wenigkeit lesen will, der kann die aktuelle Ausgabe hier abonnieren. 

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Was Sie über Kondome auf Kuba wissen müssen

Es gibt ja Leute, die nicht nur wegen Karibik-Flair und Salsa gern auf Kuba urlauben, sondern auch aufgrund der „sozialistischen Errungenschaften“, die man auf der Insel hautnah erleben kann. Denn wo sonst findet man denn heute noch Supermärkte ohne kapitalistischen Überfluss, idyllische Abgeschiedenheit durch rudimentären Internetzugang und vollständige Harmonie dank nicht-existenter (da im Knast verfaulender) Opposition? Gut, ein paar Orte gäbe es da schon noch. Zum Beispiel Nordkorea, aber da soll das Wetter ja eher mies sein. Auf Kuba hingegen lacht nicht nur das Sozialistenherz, sondern auch die Sonne!


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Eine Banane im Delirium

Einige Zeitgenossen sind ja der Ansicht, ich wäre zu allem fähig. Ich soll mir zum Beispiel in meiner Freizeit gerne Drohungen schreiben oder Nachrichten verfälschen. Aber das, was nun auf dem Blog "Banane der Woche" so vor sich hin wuchert, ist derart unterhaltsam, dass selbst ich es mir nicht hätte ausdenken können. Staunen Sie selbst!


"Jennifer ist schlau. Die würde einfach nicht Mutter werden, bevor alles in den Pötten ist. (...) Und deshalb könnte es sein, dass die schlaue Jennifer nicht erleben wird, was es heißt, Karriere und Familie unter einen Hut bringen zu müssen ohne Quote, ohne gerechte Chance... (...) Frauen wie du, die sich blind dem männlichen Mainstream angepasst haben und nun die große Klappe aufreißen... Ich bin sicher, dass du dir bei führenden Männern viele Freunde machst, wenn du gegen die Frauenquote bist."

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Der Traum vom Endfrieden

Jawohl, endlich ist es raus. Vorige Woche brach Günter Grass sein Schweigen und sagte, „was gesagt werden muss“. Denn schließlich ist es nichts Geringeres als die Bedrohung des Weltfriedens, die dem alternden Dichter den Schlaf raubt. In den Hauptrollen: Israel als Aggressor, Iran als unschuldiges Opfer. Unerhört, zumindest vielleicht für ein ehemaliges Mitglied der Waffen-SS. Deshalb verfasste Grass ein fantasiereiches Pamphlet, das er kurzerhand mittels der Enter-Taste entsprechend zerstückelte, um es so als Gedicht vermarkten zu können.
Verwirrung trifft auf Persilschein
Nun, worum genau geht es? Klar, um den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“, den einzig die „Atommacht Israel“ (früher als „Weltjudentum“ bekannt) gefährde. Und natürlich auch um ein deutsches U-Boot, „dessen Spezialität darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe dorthin lenken zu können, wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen“ sei. Da es jedoch „morgen zu spät sein könnte“, muss jetzt eindringlich gemahnt werden. Auch auf die Gefahr hin, hinterher Strafe erleiden zu müssen. Glatt könnte man meinen, der Mossad hätte sich schon längst in der Lübecker Gartenlaube verschanzt und wäre nun zum Zugriff bereit. Doch der tapfere Märtyrer, der offenbar noch nie einen Hauch von Israelkritik in deutschen Landen vernommen hat, will eben nicht mehr schweigen.

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In eigener Sache

Immer wieder erreichen mich betrübte Nachrichten, worin ich gefragt werde, warum denn die Kommentarspalte dieses Blogs nun zu sei. Schließlich hätte diese ja einen hohen Unterhaltungswert gehabt. Dazu ein paar Anmerkungen.

Zum einen ist die Kommentarspalte schon seit einigen Wochen geschlossen. Dies, obwohl einige Diskutanten wirklich Entertainment-Potential hatten. Allerdings, und das ist der Grund, fehlt mir tatsächlich die Zeit für die zweifellos notwendige Moderation. Außerdem gibt schließlich es wichtigere Dinge, als sich ständig um hysterische Hausfrauen und verkrachte Existenzen zu kümmern, die sich hier in zunehmendem Maße verirrten.(Alternativ empfehle ich übrigens die Pinnwand von Ruprecht Polenz oder das Spiegel Online - Leserforum.)

Zum anderen bedeutet Moderation gewissermaßen auch immer Zensur, was dann nicht nur die geschätzten Diskutanten echauffiert, sondern auch mir missfällt.

Nichtsdestotrotz gibt es ja noch Alternativen. Lob, Kritik, Beschwerden, Beleidigungen und weitere Nettigkeiten können jederzeit an die hier angebene Email-Adresse (jnpyka@yahoo.com) gerichtet werden.

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Warum die Piraten zu Deutschland gehören

Nun sind die putzigen Piraten ganz aus dem Häuschen: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate haben sie aus heiterem Himmel ein Landesparlament „geentert“. Was sie dort tun wollen, darüber müssen sie vermutlich erst mal nachdenken. Macht aber nichts, denn schließlich sind die Piraten, deren Ideen irgendwo zwischen Transparenz, dem Recht auf kostenloses U-Bahnfahren und „Keine Ahnung“ oszillieren, total angesagt. Besonders, weil sie wahlweise jung, erfrischend, anders, unkonventionell oder gar richtig liberal sein sollen.


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Augen zu

Vorige Woche wurde es eng für die Elite der europäischen Bescheidwisser. Denn der Mann, der in Toulouse zunächst drei Soldaten und kurz darauf einen Rabbi sowie drei jüdische Schulkinder brutal ermordete, war wider Erwarten doch nicht „blond, blauäugig und skrupellos“, sondern überzeugter Islamist mit Faible für Reisen ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet. Nun musste man freilich umdisponieren, den schließlich zählt ja nicht die Tat, sondern die Motivation des Täters. Wie also konnte es nur so weit kommen?


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Sonnen-Siggi sorgt für Sicherheit

Es gibt vermutlich keinen deutschen Politiker, der nicht mindestens einmal im Leben versucht hat, den nahen Osten direkt vor Ort zu befrieden. Inge Höger schipperte zu diesem Zweck mit Terroristen an Bord und abgelaufenen Medikamenten im Gepäck gen Gaza, um sich hinterher über die Brutalität des israelischen Militärs zu beschweren. Dirk Niebel hingegen kam klassisch über Land, scheiterte aber leider dennoch bei dem Versuch, ein Klärwerk in Gaza zu besichtigen. Kürzlich wurde auch Ruprecht Polenz in einem arabisch-jüdischen Waldorf-Kindergarten gesichtet, wo er klatschend und singend einen wertvollen Beitrag zum Friedensprozess leistete. Nun ist Sigmar Gabriel an der Reihe, der aktuell durch den Nahen Osten tourt. Bei der Gelegenheit konnte er es sich natürlich nicht verkneifen, auch den Israelis Ratschläge für den Umgang mit deren bombenbastelnden Nachbarn zu erteilen.


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Warum die Quote Quatsch ist

Es gibt Momente, da reagiere ich ein wenig allergisch auf Floskeln, die mit „Wir als“ beginnen. Wer einen Vortrag mit „Wir als Deutsche“ einleitet, steuert dabei regelmäßig in ein kleines Desaster. Genauso bizarr wird es, wenn das Sprüchlein „Wir als Frauen“ im Diskurs auftaucht. So geschehen vorige Woche, und zwar nicht nur anlässlich des Weltfrauentags, sondern auch in Gestalt der drohenden Frauenquote. Sie könnte kommen – verbindlich, europaweit, in Führungspositionen. Und damit wird sich das, was allein verbal schon so klassenkämpferisch, militant und antiliberal daherkommt, in den Führungsetagen Europas manifestieren.


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Hauptsache "nicht hilfreich"

Schon lange hat man nichts mehr von den zahlreichen Teilnehmern der bundesweit geführten Integrationsdebatte gehört. Kein Gipfel, kein neues Krawall-Buch von Sarrazin und auch kein Preis für Künstler, die sich daneben genug benehmen, um als perfekt integriert zu gelten. Doch nun treibt der Integrationsdiskurs endlich wieder neue Blüten, und zwar in Form einer Studie, die das Bundesinnenministerium vorige Woche vorstellte. Sie trägt den Titel „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“, was einigermaßen romantisch verklärt klingt, und hat einen Umfang von 746 Seiten, weshalb sie freilich niemand bis zum Ende durchliest. Macht aber nix. Denn die wunderbar schräge Integrationsdebatte zeichnet sich hierzulande vor allem dadurch aus, dass die immer gleichen Erkenntnisse seit Jahren zuverlässig mittels kollektiver Empörung ignoriert werden.

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We love to appease you!

Haben Sie morgen eigentlich schon was vor? Falls nicht, so könnten Sie zum Beispiel am „Tolerance Day“ teilnehmen, der praktischerweise nicht auf der Straße, sondern auf Pro Sieben stattfindet. Sinn der Sache ist, den Zuschauer „mit Dokumentationen, Reportagen, Tests und Spielfilmen für das Thema“, also Toleranz, „zu sensibilisieren“. Der Sender will damit insbesondere junge Menschen „zum Nachdenken über Vorurteile anregen“, weshalb das Ganze wohl auch mit zweifellos erfrischenden Herrschaften in „hippen“ Klamotten garniert wird. Eine nette Idee also, gegen die auch rein gar nichts einzuwenden wäre – wenn, ja, wenn Pro Sieben da nicht einen dummen Fehler gemacht hätte, der auch mit sehr viel Toleranz kaum nachvollziehbar ist.


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