Montag, 23. Mai 2011

Evelyn Hecht: die missverstandene Anwältin der Judenhasser.

Ein kluges Sprichwort besagt: „Egal wie tief man die Messlatte des geistigen Verstandes eines Menschen legt, es gibt jeden Tag jemanden, der bequem darunter durchlaufen kann!“ Dass dieses Zitat besonders gut zum derzeitigen Antisemitismus-Eiertanz innerhalb der Linkspartei passt, hat eine äußerst engagierte Pazifistin und Antizionistin gestern wieder mal eindrucksvoll demonstriert. Die Rede ist dabei von Evelyn Hecht-Galinski, Anwältin der Menschenrechtsorganisation Hamas, die nach anstrengenden Arbeitstagen (von einer Palästinakonferenz zur nächsten) offenbar erst dann beruhigt einschlafen kann, wenn sie zuvor ihrem Hass auf Israel in jeder sich bietenden Lokalzeitung auch genügend Ausdruck verliehen hat. Und weil es der guten Frau Hecht anscheinend nicht reicht, nur für die Befreiung der „ausgehungerten und verzweifelten“ Palästinenser aus ihrem „Freiluftgefängnis“ zu kämpfen, mischt sie sich nun auch in Dinge ein, die sie eigentlich nichts angehen. Zum Beispiel in die Antisemitismus-Affäre der Linkspartei, in die Evi zwar nicht selbst, dafür aber ihre Freunde vom letzten Gaza-Urlaub (Inge Höger and Friends), eindeutig verwickelt sind. So griff Frau Hecht also zur Feder und verfasste ein glühendes Plädoyer für die Aufrechterhaltung des linken Antisemitismus, welches gestern im Marx’schen Käseblatt „Neue Rheinische Zeitung“ erschien.


Dabei scheint es Frau Hecht umfassender Kenntnis offenbar entgangen zu sein, dass die Partei selbst ungefähr alle verfügbaren Kommunikationskanäle – von der Kieler Sprotte bis hin zum Allgäuer Tagesanzeiger – aktiviert, um ihr desolates Image irgendwie zu retten. Während sich Gregor Gysi also in öffentlicher Distanzierung übt und Inge Höger munter vor sich hin schweigt (vermutlich verarbeitet sie immer noch die eindrucksvollen Impressionen der vergangenen Palästina-Konferenz), tut Retterin Evelyn hingegen genau das Gegenteil. Und so marschiert sie strammen Schrittes voran und klatscht, angesichts der heilbringenden Heldentaten ihrer linken Gesinnungsgenossen, eifrigst in die Hände. Im Brustton der Überzeugung positioniert sie sich als moralische Instanz und erklärt der Leserschaft: „Nein, Hermann Dierkes ist absolut kein Antisemit! Hat er nicht recht, wenn er die Diskussion um das Existenzrecht Israels als läppisch bezeichnet? Israel existiert seit 63 Jahren, auf ehemaligem palästinensischem Land und seit 44 Jahren auf unrechtmäßig dazugeraubtem Land.“

Schade schade. Was hätte man nicht alles tun können, um den angeknacksten Ruf jener Vollzeit-Israelhasser noch zu retten! Schließlich leben wir doch in einem Land, in dem sich selbst für jugendliche U-Bahn-Schläger allerhand strafmildernde Ausreden finden lassen. Man hätte z.B. darauf verweisen können, dass Inge Höger zum Zeitpunkt ihrer Gaza-Kaffeefahrt nicht nur stark alkoholisiert, sondern auch angesichts des letzten Parteitags schwer traumatisiert war. Oder dass Hermann Dierkes einfach nur von „falschen Freunden“ dazu verleitet wurde, israelische Waren zu boykottieren. Und überhaupt: Sie wussten nicht, was sie tun. Aber nein, die Pazifistin bleibt sich stattdessen lieber selbst treu – Evi eben, wie sie lacht und lebt. Dass sie dabei die Renovierungsmaßnahmen ihrer Lieblingspartei klar torpediert, hat sie im Eifer des Gefechts offensichtlich nicht bemerkt.

Und so poltert sie inbrünstig gegen alles und jeden, von dem sie mal zufällig im Wartezimmer in der Zeitung gelesen hat. Sie geißelt die „Karrieristen“ der Linkspartei, weil diese sich nicht schützend vor die Antisemiten in ihren Reihen stellen und damit gleichsam das Solidaritäts-Ideal der Linken mit Füßen treten. (Frechheit!) Sie diffamiert die Autoren der Studie, die freilich vom Zentralrat und der israelischen Botschaft zu dieser unerhörten Tat angestiftet und dafür fürstlich entlohnt wurden – wie sonst könnte man sich auch freiwillig dazu hinreißen lassen, positiv Stellung gegenüber der einzigen Demokratie im nahen Osten zu beziehen? Sie beschimpft „uninformierte Bürger“, die auf hinterlistige Tricks der Israel-Lobby reinfallen und – natürlich im Gegensatz zu Evelyn selbst - noch nicht zum Quell der ultimativen Weisheit gefunden haben. (Dummes Pack.) Sie mokiert sich über den „ehemaligen Pornoverfasser“ Henryk M. Broder, der in Tateinheit mit dem Axel-Springer-Verlag tagtäglich zur umfassenden „Verbroderisierung“ (= Verblödung) der Gesellschaft beiträgt. Und zum Schluss rundet sie ihr monumentales Jahrhundertwerk der deutschen Zeitungsgeschichte natürlich noch mit einem gehörigen Schuss Israel-Kritik ab. Das ist ja auch erlaubt, denn schließlich haben Antizionismus und Antisemitismus in Evelyns kleiner Welt ungefähr soviel miteinander zu tun, wie eine Partie Gummitwist mit einem Atomkrieg. Daher ist es nur konsequent, dass sie auch weiterhin die Werbetrommel für Israel-Boykott-Maßnahmen rührt, um so die „zionistische Unrechts- und Menschenrechte verletzende Politik Israels“ nachhaltig zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Benjamin Netanyahu schlottern, angesichts dieser ungeheuer wortgewaltigen Kriegserklärung, sicherlich schon die Knie.

Doch vielleicht sollte man auch nicht allzu hart mit Frau Hecht-Galinski ins Gericht gehen. Schließlich fehlte nicht mehr viel, um linken Antisemitismus nun auch ganz offiziell innerhalb der bundesdeutschen Politiklandschaft salonfähig zu machen. Evelyns großer Traum von legaler Israelhetze im Bundestag – er zerplatzte, kurz vor der Zielgerade, wie eine Seifenblase. Damals waren es die Amis, die den armen Adolf frecherweise davon abhielten, das Weltjudentum ein für allemal auszurotten (dabei standen die Chancen wirklich gut!). In seine Fußstapfen traten Iran, Hamas und Hisbollah, doch auch von ihnen wurde Evelyn bitterlich enttäuscht. Und jetzt, wo Inge, Norman und der restliche Hamas-Fan-Club doch so gut im Rennen waren, kommen plötzlich ein paar „selbsternannte Antisemitismus-Experten“, daher und zerstören all das, wovon Frau Hecht schon ewig träumt. Verflixtes Pack, diese Juden!

Und so bleibt Evelyn letztlich nur das, was Linke besonders gerne tun, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Sie verdreht die Realität. Aus überzeugten Israel-Hassern werden plötzlich Opfer der eigenen Partei, während der „Pornoverfasser mit Migrationshintergrund“ sowie die zionistische Weltverschwörung zu skrupellosen Tätern hochstilisiert werden. Zum Schluss positioniert sie sich sogar selbst auf dem eigens für sie reservierten Opferstühlchen und dröhnt: „Nein, wenn wir/ich Israel, „die einzige Demokratie im Nahen Osten" verurteile/n, dann natürlich immer im Bewusstsein von verlogenen und hetzerischen, ehrabschneidenden Gegnern verunglimpft zu werden – das muss man ertragen können.“ Tja. Da geht’s mir ähnlich: Auch Frau Hecht-Galinski muss man irgendwie ertragen können.



Kommentare:

Michael hat gesagt…

Man kann nur hoffen, dass die Verbroderisierung schnell voranschreitet. Denn dann nimmt keiner mehr Frau Hecht-Galinskis (& co.) Hetze ernst. Aber irgendwie befürchte ich das Gegenteil.

l_i_s_a hat gesagt…

Klasse Kommentar.
Warum finden eigentlich die ganzen rot-braun-grünen Sozis so viel Gefallen daran, gegen Israel zu hetzen? Ich glaube, Broder hat mit dem Folgenden recht: 'Den Holocaust werden sie den Juden nie verzeihen.'

Liebe Grüße
Lisa

mal sehen hat gesagt…

super beitrag, sowohl im inhalt als auch im stil. danke und kompliment. ein jammer, daß all die aufklärung über die kranken juden- und israel-hasser so wenig wirkung hat...

Roithamer hat gesagt…

Mich irritiert, dass Töchterchen Evi öfters in der Zeitung steht als weiland ihr Papa.
Kann es sein, dass da jemand ein Feindbild braucht?
Ich habe auch was gegen Antisemitismus, habe aber keine Lust, jeden Zag über die Untaten antisemitischer Stilikonen zu lesen. Durch ihre mediale Präsenz bei Freund und Feind werden Leutchens wie Hecht-Galinski nur überbewertet.
Statt dessen delektiere ich mich lieber am Erfolg Israels zum Beispiel in der Hochtechnologie (Gentechnik) oder der Lebensart (Tel Aviv). Überhaupt rücken einem das Land und seine Leute ziemlich nahe, wenn man sich auch nur ein bisschen mit Israel beschäftigt. Als Einstieg emfehle ich hier - wenn's erlaubt ist - Lilas Blog Letters from Rungholt, rungholt.wordpress.com.
Sympathie mit Israel ist der einzige Garant gegen Antisemitismus und Antizionismus.

Anonym hat gesagt…

Hallo,

ein sehr schöner Beitrag!

Liebe Grüße,

Cengiz Dursun

Anti3anti hat gesagt…

http://anti3anti.wordpress.com/2011/04/27/skylla-oder-charybdis/

Links solid arisch

Henio hat gesagt…

Wer einer durchgeknallten Psychopathin, die sich von ihrem Übervater nicht anders zu lösen weiss als durch Beziehen der extremen Gegenpositionen, zollt ihr mehr Ehre als ihr gebührt. Kleiner Rat für Evi: Wenn es linksaußen nicht mehr weitergeht kann sie es mal rechts außen versuchen, da wartet man sicher schon ungeduldig auf ihr Gelabere.

Yael hat gesagt…

Wie immer, excellent geschrieben.

Malte S. Sembten hat gesagt…

Die "Israelkritik" ist das einzige Betätigungsfeld, das pathologischen Fällen gestattet, ihr manisches Geltungsbewusstsein vor großem bürgerlichen Publikum hemmungslos auszuleben. Menschen, die unter ähnlichen psychischen Symptomen leiden, aber keine Israelkritik betreiben, rennen zur Befriedigung ihres Triebs unmittelbar vor dem Anpfiff eines Bundesligaspiels nackt über das Fußballfeld, versuchen für das Guinessbuch der Rekorde den größten Kackhaufen der Welt abzusetzen oder bewerben sich für den "Big Brother"-Container.

Rene hat gesagt…

Es verwundert doch stark, dass solche Beitrage von Israel-Bashern wie Ihnen immer durchsetzt sind von Beleidigungen, Unterstellungen etc.

Vielleicht sollten Sie einmal, da Sie ja auch zu studieren scheinen, einmal eine gewisse Objektivität und Sachlichkeit an den Tag legen. Dann würden selbst Ihre dürftigen Argumente ein wenig glaubwürdiger erscheinen.

Anonym hat gesagt…

Für den Judenhass waren und sind stets die nationalen Sozialisten verantwortlich. Heute sind es auch wieder die Sozialisten, Heuchler und Gut-Gut-Menschen, sie nennen sich einfach anders. Da sie die Islam-Machos in ihrem männlichen Engstirn hegen und pflegen, fällt der Fremdenhass erst viel später auf.